Die Kunst der Onomastik im Koran
Die Namen biblischer Gestalten wie Abraham, Josef, Moses, Aaron oder Jonah – ebenso wie die von Bösewichten wie Pharao, Haman oder Korah – werden im Koran auf sehr unterschiedliche Weise ins Arabische übertragen. Diese sprachliche Freiheit scheint gezielt genutzt zu werden, um zusätzliche Bedeutungsebenen zu erschließen. Eine Analyse der entsprechenden Koranverse zeigt, dass der Text häufig durch Wortspiele auf die ursprünglichen Bedeutungen der Namen in ihren Herkunftssprachen (meist Hebräisch, teils Altägyptisch oder Akkadisch) verweist. Aufbauend auf der 2011 veröffentlichten Studie des ägyptischen Philosophen Mahmud Raaf ʿAbd al-Hamid Abu Saʿida (1928–1998), der dieses Prinzip als „onomastisches Wunder“ bezeichnete, liefert die vorliegende Untersuchung weitere Argumente zur Bestätigung dieser These.